schreibtisch

Alltag

Die Schreibtage folgen einem festen Rhythmus: Aufstehen um kurz nach sechs, frühstücken, die Tochter in die KiTa bringen, dann von halb neun bis halb eins am Schreibtisch. Am Nachmittag alles andere: Lesen, Recherche, Mails, Haushalt, Garten, Katze.

Die Geschichte, die ich im Roman erzähle, handelt von Existentiellem, es geht darum, in einer lebensfeindlichen Umgebung am Leben zu bleiben, nicht den Verstand zu verlieren, es geht darum, ein letztes Flämmchen Menschlichkeit in sich zu bewahren.

Und trotzdem, oder gerade deswegen, sind es auch die kleinen Alltäglichkeiten, von denen ich erzählen will: Davon, sich bei – 20 Grad Celsius die Zähne zu putzen, pinkeln zu müssen (der Harndrang ist bei diesen Temperaturen eher vermindert), Socken zu stopfen, zu masturbieren, dem Herunterbrennen einer Kerze zuzusehen; Dinge, die Menschen eben tun, weil sie dazugehören.