Druck

„Ob ich jetzt Druck verspüren würde, aufgrund des Preises?“, wurde ich in irgendeinem Interview letzten Sommer gefragt. „Ob es jetzt schwerer werde mit dem Schreiben?“ Kurz Zum Hintergrund: Im August 2018 wurde mir zusammen mit Julia Wolf der Robert Gernhardt Preis verliehen, für ein noch zu schreibendes Buch. Dieses Buch ist „Weisse Finsternis“. Ich hatte mich mit etwa sechs Seiten und einem Exposé beworben und wurde ausgewählt.

Die Frage mit dem Druck ist nicht unerheblich. Schließlich ist dieses Projekt jetzt bereits in der Welt und hat die stille Kammer längst verlassen, in der es normalerweise entstehen würde, vielleicht noch unter den gelegentlichen Blicken des Lektors. Aber ich verspüre weniger Druck, eher Bestätigung. Gerade zu Beginn eines neuen Textes quälen mich oft Zweifel, ob das, was ich erzählen will, überhaupt von Relevanz ist, ob es Lesen finden wird. Dass ist mit dem Preis zwar nicht gesagt, trotzdem vertreibt er – etwas pathetisch ausgedrückt – die Einsamkeit und die Hilflosigkeit gegenüber den neuen Worten.

Die nächsten Wochen werden zeigen, wie ich mit diesem positiven Druck und den eigenen Erwartungen umgehe.