ENDE

Die für einen Schriftsteller vier magischen Buchstaben getippt: ENDE. Und für einen kurzen Moment stellt sich Erleichterung ein, für einen fast schwerelos wirkenden Augenblick ist es wirklich da, das Ende. Am Bildschirm vorbei zum Fenster hinausblicken auf die grünenden Birken, auf einige Wolken, die Arme hängen lassen, atmen, das alles nach rund 385.000 getippten Zeichen.

Aber schon da, beim Blick aus dem Fenster, ist längst klar: Das ist nicht das Ende, allenfalls ein Zwischenstand, Erstfassung nach dreieinhalb Monaten. Notizen für die Überarbeitung sind schon geschrieben, im Text gelb eingefärbte Zeilen weisen mich darauf hin, hier nochmal neu anzusetzen. Trotzdem genieße ich die Wirkung des Wortes „Ende“, diesen vermeintlich paradiesischen Zustand, nun alles, wirklich alles, hinter sich gebracht zu haben. Ja, auch diese kleinen Illusionen helfen bei der Arbeit an einem neuen Text.