Erstfassung

Das ist sie: Die Erstfassung von „Weisse Finsternis“, 268 Normseiten. Rund viereinhalb Monate Schreibarbeit seit Anfang Januar. Und jetzt? Jetzt beginnt die Zeit dazwischen, warten, überarbeiten, wieder warten, wieder überarbeiten.

Also warten. Nach den Monaten des täglichen Schreibens entsteht plötzlich ein Hohlraum, ein Vakuum. Zum zehnten Mal in der letzten Stunde das E-Mail-Fach gecheckt: Gibt es schon Rückmeldung? Bestimmt dauert es so lange, weil der Roman eine Katastrophe ist, weil alles, was ich geschrieben habe, redundant und belanglos ist, keine Geschichte, nur Worte. Der Text wird mir zum ersten Mal fremd. Muss ich wirklich nochmal alles auf den Kopf stellen? Hemingway macht da auch nicht gerade Mut: „Der erste Entwurf ist immer schlecht".

erstfassung