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Stadionbad

Durch einen schattigen Säulengang geht es hinunter auf die Liegewiese, schon von dort ist der Sprungturm zu sehen, eines der Markenzeichen, drei Meter, fünf Meter, siebeneinhalb Meter und zehn. Aus der Vogelperspektive betrachtet, ergibt sich ein interessantes, geometrisches Bild: In der Mitte das 50-Meter-Schwimmbecken, rechts und links davon die Becken für die Springer und Nichtschwimmer, und in einem Halbmond, dem 50-Meter-Becken vorangestellt, das Spassbecken mit Rutschen und Wasserfall. Eingefasst werden die Becken von den Badegebäuden, versteckt zwischen Bäumen rauscht das Wasser der 118 Meter lange Rutschbahn.

Im Sommer zum Bersten voll, besuche ich es meistens in der frühen Stunden des Tages, gegen neun, lasse meine Tochter plantschen, schwimme selbst einige Bahnen, dann muss es Eis geben, wir trocknen nebeneinander in der Sonne. Wir haben das Becken fast für uns, nach und nach aber füllt sich die Liegewiese, und über den Köpfen der Badenden schweben scheinbar schwerelos die startenden Riesenmaschinen, der A380, die 747.

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Frühstück ;)

Später schauen wir den Turmspringern bei ihren akrobatischen Sprüngen zu. Elf- und Zwölfjährige lassen sich in Salti und Schrauben in die Tiefe fallen, regelmäßig finden hier hessische Meisterschaften statt, die Badegäste werden zum Publikum. Im Untergrund arbeitet ein Netz an Pumpen, Filtern und Schleusen, um das Wasser klar und nach Chlor riechend in die Becken zu leiten, man duftet noch abends danach, müde, die Augen gerötet, ein seltsames Glücksgefühl in der Magengegend, als ob man für Augenblicke nochmal Kind wäre.

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Stadionbad mit Sprungturm