ueberarbeitung

Überarbeitungen

Jetzt, in der Überarbeitung, bleibt es nicht aus: Die Zweifel schleichen sich an. Dieses stille Unbehagen dem Text gegenüber, der mir passagenweise plötzlich so fremd erscheint, als hätte ich damit gar nichts zutun. Und dann die ständigen Fragen: Ist das überhaupt relevant, was du da zu Papier bringst, ist es notwendig, drängend?

Das muss ich jetzt einfach durchstehen, es wird wohl noch einige Zeit so weitergehen, noch einige Tage, vielleicht auch Wochen, wird diese Entfremdung da sein, der Text wird immer weiter von mir abrücken und wieder zu mir zurückkehren, aber dann auf eine andere Art und Weise.

Ich merke einmal mehr: Das Überarbeiten eines Textes erweist sich als die größere Herausforderung gegenüber dem eigentlichen Schreiben. Es ist ein ständiges Abwägen, Hinterfragen und Überprüfen: Wurde dieser Aspekt betont, ist dem Leser nach jener Passage eigentlich das Folgende klar, wo muss ich noch ausführlicher werden, wo braucht es Raffung, wo Dehnung?

Trotzdem: Viele Sätze lasse ich erst einmal so stehen, überprüfe zumeist Fakten, schaue nach logischen Anschlüssen, arbeite an den Figuren. Die Feinheiten, die Details, die Arbeit am Rhythmus, an der Dramaturgie – das alles werde ich in einem weiteren Schritt angehen, dann zusammen mit meinem Lektor, dann mit der nötigen „Gegenstimme“.