Weiße Finsternis

„Dikson“ gibt es nicht mehr. Mein neuer Roman, der voraussichtlich im Frühjahr 2021 im Berlin Verlag erscheinen wird (voraussichtlich weil im Moment so gut wie alles nur voraussichtlich ist) heißt jetzt „Weiße Finsternis“.

Buchtitel sind eine schwierige Sache. Für mich heißt der Text noch immer „Dikson“, sämtliche Fassungen, die auf meinem Rechner als Dateien liegen, haben noch diesen Namen und ich werde sie auch nicht umbenennen. Denn es zeigt ja auch in gewisser Weise die Genese des Textes, ist Teil der Entstehung. Mir leuchtete der Titel immer ein, aber wenn dann der Text zum ersten Mal im Verlag vorgestellt wird, spielen noch andere Gründe als nur literarische eine Rolle; „spricht“ denn der Titel zu potentiellen Leser*innen oder bleibt er vage? Lässt sich der Titel gut bewerben, vorstellen, ankündigen, ohne zu viel erklären zu müssen?

Mein Lektor und ich haben verschiedene Titelvorschläge „durchs Haus“ geschickt (will heißen, er hat sie den Verlagskollegen vorgestellt) und am Ende blieb „Weiße Finsternis“ als eindeutiger Favorit übrig. Ein Titel bedeutet alles und nichts. Für den ersten Eindruck ist er entscheidend, für den spontanen Zugriff; später beim Lesen vergesse ich den Titel eines Buches oft, da ist er manchmal wie eine falsche Socke, manchmal wie eine halmoffene, etwas zu kleine Tür.

Wie auch immer. „Dikson“ heißt jetzt „Weiße Finsternis“. Alles andere bleibt gleich. Jetzt weiter im Lektorat.